Vidnova belebt das Open Place

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Die ukrainischen Geflüchtete in der Region haben einen Grund mehr das Open Place zu besuchen – zum Beispiel zu gemeinschaftlichen Kochen

Inka Grabowsky,
«Wir machen heute Vogel-Heu, so wie meine Urgrossmutter es meiner Grossmutter beigebracht hat». Ursula ist mit Sendungsbewusstsein dabei. Sie will nicht nur den ukrainischen Geflüchteten schweizerische Ess-Kultur näherbringen, sondern gleich auch noch etwas gegen «Food-Waste» tun. «Immer wenn wir zuhause altbackenes Brot hatten, gab es das bei uns. Brot wegzuwerfen kam nicht in Frage.» Aus der Grundmasse aus zerkleinertem Brot, Milch und Eiern werden vier verschiedene Varianten: Mal süss, mal salzig, mal aus dem Ofen als Auflauf, mal angebraten in der Pfanne, mal als Füllung für Peperoni.

Sprach- und Küchentraining
Viktoriia vom Verein Vidnova dokumentiert die einzelnen Schritte, damit auch diejenigen, die an diesem Mittwochabend keine Zeit haben, Einblick in die helvetische Küchentradition bekommen. «Das ist sehr interessant», sagt sie. «Wir machen in der Ukraine Paniermehl aus altem Brot, oder auch mal Croutons für den Salat.» Viktorias elf-jährige Tochter steigt mit in die praktische Arbeit ein. «Halt, erst Händewaschen», ruft Ursula. Vokalbeltraining gibt es beim Workshop automatisch: «Wer will probieren?» «Kannst du mir das Glas mit dem Apfelmus aufmachen?» «Gibst du mir bitte eine kleine Gabel?»

Vidnova organisiert für die Diaspora
Seit diesem Jahr arbeitet das Open Place intensiver mit dem Verein Vidnova zusammen. Am 24. August wird das deutlich zu merken sein. Vidnova hat einen Talent-Wettbewerb lanciert, bei dem über 200 Kinder und Jugendliche teilgenommen haben. «Wir möchten zeigen, welches kreative Potenzial in unserer Gemeinschaft steckt», sagt Viktoriia.
56 Finalisten werden in der Kirche in Kurzrickenbach antreten, um in ihrer Disziplin und Altersgruppe zu gewinnen. Alle sind eingeladen, die Musik-, Gymnastik- und Theateraufführungen zu betrachten.